MILDES URTEIL IN COTTBUSER PROZESS Hier küsst eine Mutter den Vergewaltiger ihrer Tochter

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Berlin – Traurig saßen sie vor gut zwei Jahren auf dem Sofa, zeigten ein Foto ihres angeblich vermissten Kindes in die Kamera, belogen Polizei, das Jugendamt, die Medien. In Wahrheit hielten die Horror-Eltern das Mädchen versteckt und holten es zum gemeinsamen Missbrauch hervor.

96 Fälle von Vergewaltigung listete die Anklage gegen Mutter Monika R. (45) und ihren Verlobten Stephan Uwe P. (48) auf. Am Dienstag fielen im Prozess vor dem Landgericht Cottbus die Urteile.

Die Frau wurde zu einer Bewährungsstrafe von zwei Jahren verurteilt. Der angeklagte Lebensgefährte muss für vier Jahre und sechs Monate in Haft. Doch weil nicht alle Taten zweifelsfrei nachgewiesen und zugeordnet werden konnten, blieb das Gericht deutlich unter der Forderung der Staatsanwaltschaft.

Nach der Urteilsverkündung küssten sich die beiden Angeklagten im Gerichtssaal …

Wegen schweren sexuellen Missbrauchs und Entziehung einer Minderjährigen hatte die Behörde für den 48-Jährigen zehn Jahre Haft beantragt. Für die 45-Jährige forderte sie eine Haftstrafe von fünf Jahren und sechs Monaten. Die Staatsanwaltschaft werde in Revision gehen, kündigte eine Sprecherin an.

Das Gericht begründete seine Entscheidung unter anderem mit widersprüchlichen Aussagen des Opfers bei Vernehmungen sowie gegenüber Sachverständigen. Der Angeklagte habe die Taten bestritten, die Angeklagte zu den Vorwürfen geschwiegen.

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„Meine Tochter wollte das. (…) Wir hatten auch Sex zu dritt.“ Mit diesen widerwärtigen Worten gestand Monika R. (52) im April 2018 einem B.Z.-Reporter die Vergewaltigung ihrer Tochter Franziska (damals 12).

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Teaser-Bild
Dezember 2017: Monika R. (45) und Lebensgefährte Stephan Uwe P. (48) geben vor, besorgt um ihre vermisste Tochter zu seinFoto: Olaf Selchow

Das Martyrium des heute 14-jährigen Mädchens dauerte von Oktober 2017 bis März 2018. Zuvor lebte Franziska in einem Cottbuser Kinderheim, besuchte ihre Mutter und deren Lebensgefährten regelmäßig. Eines Tages kehrte sie nicht ins Heim zurück – angeblich soll sie ausgerissen sein.

Tatsächlich sperrten die Mutter und Uwe P. Franziska in einen Schrank. Auch im Holzkasten einer Couch hielten sie das Mädchen gefangen, wenn Jugendamt oder Polizei kamen. In der Öffentlichkeit spielten sie die besorgten Eltern.

Nach einem Hinweis stürmten am 18. März 2018 Polizeibeamte die Wohnung des Paares in Groß Schacksdorf (Landkreis Spree-Neiße). Franziska war zu diesem Zeitpunkt nur mit Slip und T-Shirt bekleidet. Der Stiefvater hatte ihr die Haare abgeschnitten und sie rot gefärbt.

Das Mädchen lebt inzwischen in einer Pflegefamilie.

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